Aus einer situationistischen Praxis der Raumumgestaltung heraus entwickelt Hannah Rumstedt 2018/19 im ehemaligen Kellersystem der „Kultstätte Keller“ in Berlin Neukölln eine Form des Live-Kinos. Nach der Gründung des NIE Theaters 2018 und über 25 gemeinsamen Produktionen arbeitet sie seit 2026 selbstständig.
In den Bereichen Regie, Text und Bühne bringt sie 2019 mit „Mark Macht Theater“ eine Heidelberger Tiegelpresse auf die Bühne des leerstehenden alliierten Kinos „L’Aglion“. 2020 entwickelt sie gemeinsam mit Adam Kraft im Nachbau der Schinkel’schen Bauakademie die Bühnensituation für „Martyrium auf Probebühne C“ (Regie: Jonathan Frisch). Während der Pioniernutzung des Hauses der Statistik engagiert sie sich in der Pioniervertretung und bespielt die Glasfront zur Karl-Marx-Allee mit der Wiederaufnahme von „Mark Macht Theater“. Zur Spielzeiteröffnung von René Pollesch realisiert sie für den Sternschuppen der Volksbühne Berlin „Wir sind nicht nett“ und verantwortet Text, Regie, Kamera und Bühne der Inszenierung in einem Wohnwagen auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. 2021 aktiviert sie mit „Wir sind nicht nett 2“ eine Containerlandschaft an der Karl-Marx-Allee als Bühne und transformiert für „Grind Side of the Moon“ (Regie: Jakob Gerber) den Glaspavillon der ehemaligen „Agon Backstube“ in einen Poolraum des Hotels The Moon.
Für „Peer Gynt“ entwickelt sie gemeinsam mit Lars Eidinger und John Bock die Kinematografie an der Schaubühne Berlin. Dort arbeitet sie von 2023 bis 2025 zudem als Videotechnikerin. 2024 bespielt sie das „City Kino Wedding“ mit ihrem Live-Theaterfilm „Der Falsche Film“ sowie zuletzt die ehemalige Toilettenanlage „Klo“ im Viktoriapark Kreuzberg mit dem Radiotheaterstück „Schneller als die Sonne“ und einem kuratorischen Experiment zum Verhältnis von Gästen und Gastgebenden. Seit 2025 studiert sie im Master Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen.